Ortenburg
liegt im sogenannten Klosterwinkel sowie im Holzland südlich der
Donau und nördlich der Rott in der typischen niederbayerischen
Hügellandschaft. Der Markt liegt 20 km westlich von Passau, 10 km
südlich von Vilshofen an der Donau, 12 km nordwestlich von Bad
Griesbach und 20 km nördlich von Pocking. Über die 16 km
entfernte Anschlussstelle Passau-Süd besteht Anschluss an die
Bundesautobahn 3.
Geschichte
Der im Wolfachtal liegende Markt Ortenburg kann auf eine
ca. 900-jährige Geschichte zurückblicken. Etwa 1120 lassen
sich die Grafen von Ortenburg nieder. Der Ort wurde der Mittelpunkt
ihrer reichsunmittelbaren Grafschaft.
Die Grafen von Ortenburg zählten von jeher zu den angesehensten
und mächtigsten Geschlechtern des bayerischen Hochadels, so dass
sie an Macht und Besitz mit den Wittelsbachern wetteiferten. Ihre
größte Besitzausdehnung hatten sie im 12. und 13.
Jahrhundert.
Ursprünglich hieß das Grafengeschlecht und der Ort
Ortenberg. Im Jahre 1531 benannte der damals regierende Reichsgraf
Christoph, aufgrund eines Erbstreites, seine Grafschaft und den Ort in
Ortenburg um. Mit der Namensänderung wollte die gräfliche
Familie ihre Erbansprüche auf die Kärntner Grafschaft
Ortenburg verdeutlichen. Die Ortenburger Reichsgrafen gewannen diesen
Streit jedoch nicht, da keinerlei Verwandtschaftsgrade mit dem
ausgestorbenen Adelsgeschlecht vorhanden waren. Die Ortsumbenennung
blieb aber bis heute bestehen.
1563 führt Graf Joachim, gestützt auf den Augsburger
Religionsfrieden von 1555, in Ortenburg die lutherische Lehre ein.
Ortenburg wird dadurch zu einer Enklave im katholischen Umland. 1626,
während des Dreißigjährigen Krieges, siedelt Graf
Friedrich Casimir Glaubensflüchtlinge aus Österreich rund um
Ortenburg an, woraus die Ortsteile Vorder- und Hinterhainberg entstehen.
Durch Gräfin Amalia Regina wurde 1703 die allgemeine Schulpflicht
in Ortenburg eingeführt - 99 Jahre vor der Einführung in
Bayern. 1805 tauschte Graf Joseph Carl die Reichsgrafschaft Ortenburg
gegen das ehemalige Klosteramt Thambach. Ortenburg wurde somit
bayerisch. Die Grafen leben seit dieser Zeit in Tambach bei Coburg.
Bauwerke
Schloss Ortenburg
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Rapoto I., regierender Graf von ca. 1120-1186, ließ um das Jahr
1120 die Ortenburg erbauen, diese wurde aber im Jahr 1192 von Herzog
Leopold von Österreich abgebrannt. Im Landshuter Erbfolgekrieg
wird die Burg Ortenburg 1504 erneut zerstört. Der Wiederaufbau
erfolgte aber erst in den Jahren 1562 bis 1567 durch Graf Joachim. Seit
1972 ist Schloss Ortenburg in Privatbesitz. Das Schloss wurde zwischen
1972 bis 1991 aufwändig restauriert und beherbergt nun ein
Schlossmuseum mit prunkvollem Renaissance-Innenhof mit Arkaden, und der
berühmten Renaissance-Holzkassettendecke in der Schlosskapelle.
Ursprünglich gab es in Ortenburg noch eine zweite Burg. Diese
beiden Burgen gaben den Ortsteilen Hinterschloß und
Vorderschloß den Namen. Die heutige zu besichtigende Burg ist das
ältere Schloss der beiden und wurde damals Alt-Ortenburg genannt.
Schloss Neu-Ortenburg im Ortsteil Hinterschloß wurde während
der Napoleonischen Kriege von französischen Truppen zerschossen
und die Ruine Ende des 19. Jahrhunderts vollständig abgetragen.
Erhalten blieb jedoch unter den Grundmauern ein weitverzweigtes
Tunnelsystem, welches unter dem sogenannten "Trompetergraben"
durchführt und beide Burgen miteinander verband und noch bis in
die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts als Abkürzung bzw.
während der Weltkriege als Versteck und Fluchttunnel genutzt
wurde. Mitte der 70er wurden die Haupteingänge jedoch
verschüttet und für unbenutzbar erklärt.
Im Jahre 2004 wurde im heutigen Wildpark neben dem Schloss, dem
ehemaligen Schlosspark, durch eine Grabung ein "abschlagbares
Pomeranzenhaus" entdeckt. Es gehört zum seltenen Gardasee-Typus,
dessen Existenz in Deutschland hier erstmals belegt wurde. Es soll nun
eine Dauerausstellung über das Pomeranzenhaus und die Gartenkunst
im Passauer Land eingerichtet werden. Die Rekonstruktion des
Pomeranzenhauses ist geplant.
Konfirmanden-Haus
Das Konfirmanden-Haus gehört zu den Wahrzeichen Ortenburgs.
Nähert man sich dem Ort aus Richtung Süden, kann man schon
sehr früh den imposanten roten dreigeschossigen Ziegelbau aus dem
19. Jahrhundert erkennen. Seit 1892 wurden dort evangelische Kinder aus
der Diaspora Niederbayerns und der Oberpfalz auf die Konfirmation
vorbereitet.
Heute ist das Konfirmanden-Haus eines der beiden modernen
Internatsgebäude, die zur Evangelischen Realschule Ortenburg
gehören.
Wallfahrtskirche Sammarei [Bearbeiten]
Im Ortsteil Sammarei steht eine bedeutende Wallfahrtskirche.
Parks
Vogelpark Irgenöd: vom 1. April bis 31. Okt. täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet.
Regelmäßige Veranstaltungen
Ritterspiele
Im zweijährigen Rhythmus finden die Ortenburger Ritterspiele statt.
Zu sehen sind z.B.:
ein mittelalterliche Markt, der prunkvolle Einzug des Herzogs mit
Gemahlin und großem höfischen Gefolge mit über 200
Mitwirkenden
Mittelalterliche Turnierspiele "Die Ritter von Camelot"
Ortenburger Schlosskultur
Die Ortenburger Schlosskultur ist eine Veranstaltungsreihe, deren
Angebote ein breites Spektrum über Konzerte, Vorträge und
Ausstellungen bietet. Zusammengestellt wird dies vom Förderkreis
Bereich Schloss Ortenburg. Die einzelnen Veranstaltungen sind auf der
Webseite des Vereins aufgeführt.
Ortenburger Volksfest
Das Ortenburger Volksfest Anfang August zählt zu den größten Festen des Landkreises.